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Gedanken zur Jahreslosung 2026

  • Autorenbild: Silvia Meck
    Silvia Meck
  • 25. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit
Ein Marienkäfer sitzt auf einem welken Blatt. Rundherum wächst grünes Gras, dazwischen ist auch etwas Löwenzahn zu sehen.

"Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!"

Offenbarung 21,5


Neu.

Ein kleines Wort. Ein großes Versprechen.

Vielleicht auch ein leiser Zweifel.


Ich lese diesen Vers – „Siehe, ich mache alles neu“ – und frage mich:

Was ist damit gemeint?

Wird alles gut? Wird es einfach anders? Oder ist neu manchmal einfach nur ungewohnt?


Ich weiß nicht, wie es euch geht – aber ich warte nicht mehr auf das große Wunder.

Zu oft war ich in Momenten, in denen alles alt war: der Schmerz, die Müdigkeit, die Antworten.

Dann kommt dieser Satz, als würde jemand sagen:

„Ich seh dich. Ich weiß, es war viel. Aber ich bin noch nicht fertig.“


Gott macht alles neu.

Nicht unbedingt leichter.

Nicht so, dass man sofort versteht, wofür es gut war.

Aber neu – so, dass etwas atmen kann, wo vorher Enge war.

So, dass etwas heil werden darf, ohne dass die Narbe weg muss.


Ich glaube nicht mehr daran, dass alles auf einmal anders wird.

Ich glaube daran, dass Neues beginnt, wo wir nicht mehr glauben, dass alles so bleiben muss.

Wenn ein Mensch plötzlich hinschaut.

Wenn ein Moment still wird.

Wenn ich spüre: Ich darf da sein, ich darf genau das fühlen, ich darf ich sein.


Manchmal fängt das Neue mit einem „Trotzdem“ an.

Trotz Enttäuschung.

Trotz Schmerzen.

Trotz Müdigkeit.

Trotz allem.


Vielleicht ist das Neue gar nicht so weit weg.

Vielleicht wächst es längst – inmitten des Alten.

Zart, unfertig, aber echt.

Sicher entdecken wir es zur rechten Zeit.


Ich halte mich an diesen Satz.

Nicht triumphierend, sondern tastend.

Nicht als Ziel, sondern als leises Versprechen:

„Ich mache alles neu.“

Vielleicht genügt das. Heute.


Vielleicht ist es gerade jetzt wichtig, dass dieser Satz gesagt wird.

„Siehe, ich mache alles neu.“

Nicht, wenn wir alles geschafft haben.

Nicht, wenn wir besser geworden sind.

Sondern jetzt – in einer Welt, in der so vieles kaputtgeht.

Wo Gewalt lauter wird. Wo Rassismus, Ableismus, Sexismus keine Randerscheinungen sind, sondern Strukturen.

Wo Menschen entmenschlicht werden.

Wo auch unsere Erde leidet – spürbar, sichtbar, täglich.


Manchmal denke ich: Vielleicht ist es schon zu spät.

Vielleicht bricht gerade alles auseinander.

Dann steht da dieser Satz.

Nicht als Illusion, sondern als tiefer Trotz.

Gott macht alles neu.


Nicht: Wir schaffen das irgendwie.

Sondern: Es gibt etwas, das stärker ist als Zerstörung.

Etwas, das aus dem Nichts wieder Leben werden lässt.


Ich kann nicht erklären, wie.

Ich will mich erinnern lassen:

Das Letzte ist nicht das Ende.

Nicht, solange dieser Satz noch da ist.

Nicht, solange irgendwo jemand daran glaubt – leise, müde, tastend.


Vielleicht genügt das. Heute.

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